Katzenjammer Konzert in Düsseldorf

27.10.2009 – 22:27

Das kann man ruhig als Glückstreffer bezeichnen.

Am Samstag wollte ich eigentlich nur meine neuen Sucheinstellungen bei Google testen. Habe dann als Testsuche “Konzerte in Düsseldorf” eingegeben. Auf einen Suchtreffer -- eben den Glückstreffer -- geclickt und bin dann auf der Seite von Zakk gelandet , einer düsseldorfer Konzert- und Veranstaltungshalle, nur wenige Minuten von meiner Wohnung entfernt. Im Programm für Samstag stand der Auftritt von Katzenjammer -- einer Band, die für mich bis dato überhaupt kein Begriff war. Aber die Beschreibung war vielversprechend:

Katzenjammer ist nicht etwa eine deutsche Band mit weinerlichen Texten, sondern eine schwungvolle, oft überschwänglich musizierende Gruppe aus Norwegen.
Im Jahr 2006 taten sich vier junge Frauen zusammen, um gemeinsam ihrer großen Leidenschaft nachzugehen: Dem Musizieren. Heraus kam eine furiose Mischung, die sich nur schwer in irgendeine musikalische Schublade stecken lässt: Elemente aus Rock, Folk und Country sind genauso enthalten wie Chanson und Balkan-Musik.
Live darf man sich auf ein Spektakel der ganz besonderen Art freuen: Die vier Mitglieder von Katzenjammer sind echte Multi-Instrumentalisten, die ihre Instrumente von Lied zu Lied scheinbar wild untereinander austauschen. Dabei kommen neben typischen Rockinstrumenten auch Balalaika, Trompete, Akkordeon, Mandoline, Banjo sowie improvisierte Instrumente wie Blecheimer zum Einsatz.

Das konnte einfach nicht werden, also haben wir uns kurz auf der MySpace-Seite von Katzenjammer überzeugen lassen und gingen hin. Und der Auftritt von Katzenjammer hielt was die Zakk-Website versprach.

Zunächst kam aber die langweilige deutsch-spanische Musikerin Barbara Cuesta dran. Sie stand einsam auf Bühne mit ihrer komischen birnenformigen Gitarre, schaute zwischen den Songs auf die Uhr und beschwerte sich vor dem letzten Lied darüber, dass die deutschen Behörden sie ihre lesbische Lebenspartnerin nicht heiraten lassen. Die Songs, die Stimme und die lesbischen Probleme der Musikerin waren traurig und völlig uninteressant. Naja, nach meinem Geschmack zumindest.


Aber danach war Katzenjammer dran.

Übrigens, ich kannte das Wort nicht. “Katzenjammer” bedeutet in der Studentensprache zur Goethezeit laut Wikipedia folgendes:

  • Kater nach einem Alkoholrausch mit Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Gemütsverstimmung und Niedergeschlagenheit
  • die Ernüchterung nach überschwänglicher Freude
  • auch Gewissensqualen, Reue

Ursprünglich „Kotzen-Jammer“, dem Jammer, der folgt, wenn einem speiübel ist. Der Begriff war vielen zu derb, sodass daraus der Vergleich zum durchdringenden Miauen der Hauskatzen (vgl. Katzenmusik) wurde.

Na also, wieder was gelernt. Übrigens, Anne Marit Bergheim von Katzenjammer erzählte, dass sie bei ihrem letzten Besuch in Deutschland zwei Worte gelernt hat: “Genau” und “Affentittengeil”, wobei das Zweite eine Vogelart oder Ähnliches bedeuten soll…

Die Band besteht aus Anne Marit Bergheim, Marianne Sveen, Solveig Heilo und Turid Jørgensen, die alle sehr viele Musikinstrumente spielen und sich während des Konzert in Düsseldorf mehrmals abwechselten. Mal spielte Marianne am Klavier, mal Anne Marit. Solveig und Marianne wechselten sich am Schlagzeug ab. Auf der Riesenbalalaika -- dem Markenzeichen von Katzenjammer spielte jede Musikerin mindestens ein mal. Das sieht man auch auf den beiden Videos zu dem Lovesong und To the Sea.

Alle von ihnen haben auch sehr schöne Stimmen, und singen Solo-Partien in unterschiedlichen Songs:

  • Solveig in Virginia Clemm
  • Anne Marit in To the Sea
  • Marianne in Hey Ho On the Devil’s Back
  • Turid in Mother Superior

und alle auf ihre Art wunderschön. Mich hat vor allem Marianne beeindruckt, da sie mit ihrer Stimme unglaubliche Breite von Stimmhöhen abdeckte.

Am Anfang des Konzert kam das unglaublich laute Le Pop, das Titelsong vom Katzenjammer-Album Le Pop aus dem Jahr 2008. Sehr laut, sehr beeindruckend, sehr schrill. Hab mich sofort in diesen Song verliebt:

Feelin’ like a lollipop forgot in Pyongyang
Dancin’ to the voodoo beat boom bam bam
Baby doll, remote control
Caravan love is all you know
Kickin’ at the motherfuckers one by one

You sell tickets to a funeral
‘Cause you need tickets to The Cramps

A rock’n'roll band, a little whiskey,
A candy apple
All you know you’re dancing
Till you drop
When you’re listening to Le Pop

Pick me up and drive me home
Crank crank crank crank
Crank up the volume
Pull up the tights
To your wuthering heights
No means no, no means no

You sell tickets to a funeral
‘Cause you need tickets to Katzenjammer

A rock’n'roll band, a little whiskey,
A candy apple
All you know you’re dancing
Till you drop
When you’re listening to Le Pop

Die Mädels haben über Anderthalb Stunden gespielt und überzeugten bei wirklich jedem Song. Ob Walzer, Ska, Country, Punk, Folk oder Chanson. Ich würde ohne zu zögern noch mal zu ihrem Konzert gehen. Übrigens, Katzenjammer treten noch diese Woche in Würzburg, Münster, Freiburg und Augsburg auf.

Ein T-Shirt und das Album Le Pop haben wir natürlich direkt gekauft. Eine gute Investition.

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