Social Network als Basis für eine Jobbörse
28.12.2008 – 12:55Noch nie war für mich das Erstellen eines Jobbösenaccounts samt Hochladen eines CVs einfacher: nur mit
einem Click habe ich meine Daten aus dem vkontakte.ru – Account in das Karriereportal vshtate.ru importiert.
Für diejenigen, die vkontakte.ru nicht kennen, muss ich ein bisschen ausholen. Vkontakte ist (zumindest laut Alexa) das bestbesuchte russische Social Network; der einst große Rivale odnoklassniki.ru ist inzwischen fest auf die 2 verbannt. Als Vergleichswert habe ich StudiVZ genommen, um zu zeigen, dass vkontakte wirklich ein Riesenprojekt ist.
Auf vshate.ru – eine Nebenentwicklung des vkontakte-Teams bin ich eher zufällig gestoßen.
Beim Editieren von seinem Karriere-Info-Bereich in vkonktakte, weist ein kleines Box im unteren Bereich der Seite darauf hin, dass man mit einem Klick die Möglichkeit hat, seine Karriere-Infos zu vshtate.ru, der Seite für Berufskontakte hinzuzufügen. Klickt man auf die Box, gelangt man zu der Landing Page, die über vshtate aufklärt.
So kann man als Arbeitgeber sein Unternehmen registrieren und entweder in einem Bewerber-Pool von seit Juni 2008 inzwischen über 1.7 Millionen Nutzern (Qualität fraglich!) nach passenden Kandidaten suchen, oder sein Unternehmensprofil veröffentlichen und Stellenangebote posten. Ob dieses Angebot kostenpflichtig ist, weiß ich noch nicht, versuche aber demnächst ein Unternehmen auf vshtate zu registrieren.
Als Arbeitnehmer kann man seine Daten ganz einfach dem Bewerber-Pool hinzufügen. Mit einem Klick wird ein Account angelegt und die persönlichen Daten sowie die Informationen über Studium und Berufsweg (soweit vorhanden) werden aus dem vkontakte-Account migriert. Die Einstellungen, welche Infos den suchenden Unternehmen angezeigt werden waren natürlich für die vshtate-Macher ein Kinderspiel, weil die Technologie von vkontakte übernommen werden können. Auch für die Nutzer ist es ein Vorteil: viele Sachen sind intuitiv und bereits bekannt.
Zusätzlich zu den o.g. Daten kann der Bewerber seine Wunschberufsfelder und -Berufsbezeichnungen definieren, sowie Branche, Wunschgehalt, Beschäftigungsart u s w. Ein bisschen mager fand ich die Einstellungen im Geo-Bereich. Z.B. war der Auswahl von 2 Ländern nicht möglich. Dafür ist der Sprachen bereich meiner Meinung nach wirklich gelungen: man kann seine Sprachkenntnisse auf einer Achse frei bewegen und so positionieren, wie man sich einschätzt, d.h. nicht nur “Fortgeschritten”, sondern auch innerhalb von “Fortgeschritten” genauer anordnen.
Die Bewerber können ihre CVs innerhalb des Systems abschicken oder als PDFs ausdrucken und dann woanders verwenden. Auch die Arbeitgeber können Bewerber über das interne Messaging-System kontaktieren.
Alles in Allem, fand ich vshtate schön und einfach zu bedienen. Vor allem hat mich die Einfachheit der CV-Migration beeindruckt. Das Konzept ist neu: es ist keine klassische Jobbörse, aber ein Business Network wie XING ist es ebenfalls nicht. Mal schauen, ob sich das Konzept durchsetzt.
