Ethno-Marketing von google
13.03.2009 – 00:19Im aktuellen Google AdWords Newsletter geht es um das Thema Ethno-Marketing.
Ethno-Marketing: Was ist das?
Beim Ethno-Marketing werden in einem Land lebende Ausländer gezielt angesprochen. Nun, das Wort Ausländer ist an dieser Stelle falsch: viele dieser Menschen haben – wie ich – einen deutschen Pass. Es geht eher um Angehörige anderer Kulturen. Während in den USA (woher der Begriff ursprünglich stammt) Asiaten, Hispanics und Afroamerikaner drei große Gruppen bilden, sind es in Deutschland Türken, Polen und Russen (genauer gesagt: Ex-Einwohner der GUS-Staaten).
Wie sieht Google die Nutzung von Ethno-Marketing bei AdWords?
Für google werden die ethnischen Zielgruppen nach Sprachen definiert – da kann man von türkisch- oder russisch sprechenden Nutzern in Deutschland sprechen, die relativ große Gruppen bilden – allen 2,5 Millionen Einwohner türkischer Abstammung haben wir hier – und davon sicherlich einige mit einem Internetanschluss.
Google bietet 3 Varianten an, wie man diese Benutzer ansprechen kann.
- Fremdsprachler. Keyword, Anzeige und Landing Page in Fremdsprache
- Bilinguale Nutzer, aber “Deutsche Sprache Schwere Sprache”. Keyword, Anzeige in Fremdsprache, Landing Page auf deutsch
- Bilinguale Nutzer. Deutsches Keyword, Anzeige in Fremdsprache, deutsche Landing Page
Besonders witzig finde ich die dritte Variante. Angenommen, ich suche nach “Fahrrad” und bekomme eine Anzeige mit einem russischen Anzeigentext, weil ich “russisch” als Sprache bei google eingestellt habe. Spricht mich das an? Ich denke schon. Der Hacken daran ist, dass kaum ein Russe in Deutschland google auf russisch nutzt. Die Erfahrung habe ich schon gemacht als ich mal für meine Community mit AdWords experimentiert habe. Russische Keywords ohne Sprachbegrenzung und mit Geo-Targeting auf Deutschland funktionieren jedoch einigermaßen. Tipp: Am besten auch dieselben Keywords in Translit – kyrillischen Worten mit lateinischen Buchstaben – mitbuchen. Einige Nutzer haben keine kyrillische Tastatur und geben die Begriffe in Translit bei google ein. Die SERPs sind von entsprechender Qualität, natürlich. Und ja, man könnte sogar auf trafficstarke Keywords in Translit optimieren, wenn man sonst schon alle Möglichkeiten dieser Welt ausgeschöpft hat…
In einem der nächsten Beiträge möchte ich über Ethno-Marketing aus der Sicht von Publishern betrachten:
Update: Und da ist er schon!
