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Russlands Straßen: Verkehrschaos und Schlaglöcher

19.06.2009 – 11:58

Meine diesjährige Reise nach Russland hinterließ viele Erinnerungen -- meistens gute, manchmal neutrale, kaum schlechte. Es gab viele Sachen die mich beeindruckten. Eine davon -- die russischen Straßen.

Dummköpfe und Straßen

In Russland sagt man: “Unser Land hat zwei große Probleme: Dummköpfe und Straßen”. Und das ist wahr. Klar, es gibt noch ein Paar weitere, wie Korruption und Fremdenfeindlichkeit, aber damit hat man sich schon längst abgefunden.

In vergangen Jahren stieg die Zahl der Autobesitzer in Russland enorm. Geländerwagen sind seit Jahren in. Große und kleine, Cayennes und komische chinesische Marken, die anstelle von Seriennamen siebenstellige Zahlen tragen, russische Patriots und amerikanische Cherokees rollen durch russische Straßen. Der Sprit ist günstig -- ein Liter kostet ca. 40-50 Cent. Da werden die Europäer neidisch.

Verkehrschaos in Großstädten

Die Straßen kommen mit der Menge der Autos nicht zurecht. Einspurige Landstraßen sind hoffnungslos ausgelastet, wenn die Leute an Wochenenden zu ihren Ferienhäusern (Datschas) in den Vororten der großen Städte fahren. Früher dauerte die Fahrt nach Vaskelovo (ca. 45 Km von St.Petersburg entfernt) eine Stunde Stunde, jetzt sind es dreieinhalb. Und das obwohl Autos in 3 Kolonnen auf einer einspurigen Straße fahren -- in der Spur, am Straßenrand und in der Gegenspur. Die entgegenkommenden Autos müssen sich möglichst weit rechts halten, um einen frontalen Crash zu vermeiden. Seht selbst:

Wenn man in Frjasino, einem Vorort von Moskau lebt, muss man ganze 8 Stunden pro Tag unterwegs verbringen, um zu seinem Moskauer Büro und zurück nach Haus zu gelangen. Auch die vor kurzen gebauten Autobahnen rund um die Großstädte helfen nicht: die Straßenplanung ist schlecht, die Regeln werden nicht eingehalten und es kommt immer wieder zu Unfällen. Ich war Zeuge einer Massenkarambolage auf der Petersburger Autobahn, in die 25 Fahrzeuge verwickelt waren. Schuld war ein Straßenbewässerungsfahrzeug, das einem entgegenkommenden Auto die Frontscheibe so begossen hat, dass der Fahrer die Kontrolle verlor. Die hinter ihm fahrenden Autos hielten den Mindestabstand nicht und sind ineinandergerast. Und sowas ist nicht untypisch.

Metergroße Schlaglöcher

Das zweite altbekannte Problem ist die Qualität der Straßenbeläge auf Russlands Landstraßen. In den Großen Städten sieht es noch halbwegs akzeptabel aus. Verlässt man aber die Stadt, stößt man auf Schlaglöcher, die bis zu eine halben meter tief sind, und ca. 1 Meter im Diameter haben. Die Autos müssen die Löcher umfahren, wenn sie heil nach Hause kommen möchten. Da sieht man, dass die Geländewagen sich oftmals lohnen.

Alles in allem: Die Straßen an sich sind schon eine Reise wert. Aber die Dummköpfe genauso.

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